Am Anfang steht die Unklarheit. Immer.

Und trotzdem tun wir so, als wäre sie nicht da. Wir denken „Wird sich schon klären …“, fordern Klarheit ein oder legen direkt los.

Was dabei meist fehlt, ist eine schlichte Frage: Wo genau ist etwas unklar?

Diese Woche war ich im Webinar von Karen Schmidt, Change Punk® (Gastgeber Werner Plewa) zum Thema (un)KLARHEIT, und mir ist bewusst geworden, wie selten ich mir diese Frage stelle. Sie fühlt sich unbequem an, und ich merke, wie ich dann schnell in den Modus ‘Lösungsorientierung’ wechsle oder einfach mache. Dabei ist Unklarheit der ganz normale Anfang von allem, was neu oder komplex ist, und erst recht, sobald mehrere Menschen beteiligt sind.

Besonders hilfreich fand ich das Clarity Wheel mit seinen vier Räumen: Selbst, Problemraum, Lösungsraum und Handlungsraum.
Nicht selten reden wir aneinander vorbei, weil wir uns gedanklich in unterschiedlichen Räumen bewegen oder schon Lösungen im Kopf haben, die aber die eigentlichen Probleme der Beteiligten verfehlen. Oder wir diskutieren auf der Sachebene, obwohl die größte Unklarheit beim ‘Selbst’ liegt, etwa weil Rollen nicht geklärt sind.

Für mich heißt das vor allem eins: nicht schneller reagieren, sondern bewusst kurz innehalten und mich fragen:
🟣 Wo spüre ich Unklarheit?
🟣 Was möchte ich als Erstes klären?
🟣 Was kann ich selbst anders sehen?

Kleine Pausen wirken im vollen Arbeitsalltag wie Luxus, doch tatsächlich sparen sie Zeit, Nerven und so manche Schleife, die wir sonst drehen würden.
Oder anders gesagt: Pausen nutzen, um Klarheit über Unklarheit zu schaffen.

Und du: Nimmst du dir bewusst Zeit, um Unklarheit zu erkennen?


Das Clarity Wheel ist ein Denkwerkzeug aus dem Buch (UN)KLARHEIT – Sensorik und Selbstverteidigung für wirksame Führung von Karen Schmidt, Change Punk® und Frank Habermann.